Duplicate entry '54.146.28.90-2017-06-23' for key 'ip' Auf-dem-Weg | Jakobsweg 2010

Auf-dem-Weg

Jakobsweg 2010

 
Unsere letzte Etappe über 550 km bis Santiago de Compostela

begann am 05. August 2010 in Santander, der Hauptstadt von Cantabrien, an dem Ort , an dem 2008 unsere vorletzte Etappe geendet hatte, nachdem wir zunächst in Bilbao im Baskenland mit dem Flugzeug gelandet und mit dem Bus an der Nordküste entlang nach Santander gefahren waren.

   

Der geplante Weg verlief zunächst in Cantabrien auf dem Camino del Norte, dann durch Asturien auf dem Camino Primitivo weiter durch Galizien bis zum Camino Francés nach Santiago de Compostela.

 
Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Wege_der_Jakobspilger_%28Routenbeschreibungen%29#Camino_de_la_Costa_.2F_Camino_del_Norte_.E2.80.93_Der_K.C3.BCstenweg_und
sind die Wege nachzuvollziehen.

 
Unser Rucksack hatte ungefähr 10 kg Gewicht, mal mehr mal weniger je nachdem wieviel Wasser und Lebensmittel wir mitschleppen mussten.
Es gibt ein Gefühl der absoluten Freiheit, wenn ich sagen kann "Omnia mea mecum porto" (Alles Meinige trage ich bei mir.).

             

Solange ist dann noch weitere 90 km bis zum Cabo Finisterre (lat. finis terrae = Ende der Welt) am Atlantik gelaufen. 

Die folgenden Bilder sind natürlich nur Momentaufnahmen von den überwältigenden Eindrücken, manchmal an jeder nächsten Ecke des Weges.

In Santander, dem Endpunkt unserer letzten Etappe von 2008 , ging es am 05.September 2010 los.

                            

  Leuchtturm von Santander


          

   

                          Zerklüftetes Ufer bei Santander bei Ebbe

    

 


                          So sahen wir am Anfang des Weges aus.

    

                    Das Wetter spielte mit. Uns ging es einfach gut.

     

                 Immer wieder verlief der Weg am Strand der Nordküste.


   
      In Santillana del Mar (hier ist auch die berühmte Höhle von Altamira
      mit prähistorischen Tiermalereien) besichtigten wir die Stiftskirche von
      Santa Juliana.

 
                 

    


     

        Am Abend war Tagebuchschreiben gegen das Vergessen angesagt.

 
    

                            Die glückliche Solange behielt mehr im Kopf.


   

                                   einsame Kirche San Pedro

 
                


     

                     bei Flut überflutetes Ufergebiet von La Rabia


     

 
Mittlerweile stellte sich die erste Blase an der rechten Ferse ein. Sie tat im Meerwasser erst mal weh, heilte aber dadurch umso schneller.



    

               Das verlassene Kloster San Antolin sah so friedlich aus.

 
 

     


       Diese landestypischen Horréos dienten als sichere Maisspeicher und
       waren in etwas abgewandelter Form immer am Weg in Cantabrien,
       Asturien und Galizien,...


                

                               ...auch geeignet zur Pilgerrast.

      

                                     In San Vicente...


      

          ...waren wir Pilger bei dem Hospitalero-Paar Luis und Sophia gut  
                                                 aufgehoben.

     


                          An den Zehen sind noch keine Blasen,...

 


               

              ...doch die Wege (Caminos) sind nicht immer so harmlos.



                

 
Die Pilger im Mittelalter mit Stab und Kürbis-Trinkflasche sind oft 50 bis 60 km am Tag gelaufen, Wir laufen im  Schnitt 25 km am Tag, weil wir uns ja auch noch etwas  anschauen wollen.

 


                  

                          Die Caminos sind z.T. schattenspendende Hohlwege.


Noch auf dem Camino del Norte konnten wir die 3-schiffige Kirche plus Vorkirche von Priesca ausnahmsweise auch von Innen besichtigen

 


       
   

                 Wir hatten mal einen der wenigen Tage mit etwas Regen.


    

 
Die präromanische Kirche San Salvador de Priesca ist den beiden Heiligen Johannes und Jakob gewidmet.


    


                                                                  ***


Nun befinden wir uns schon auf dem Camino Primitivo, dem ersten Pilgerweg nach Santiago (begangen im 9. Jahrhundert vom asturischen König Alfonso II von Oviedo aus), der über das Cantabrische Gebirge führt. Das hält den die Anstrengung fürchtenden Hauptpilgerstrom fern und entsprechend klein sind die Herbergen in den Bergen.


     

 
Die erste Station auf dem neuen Weg war das alte Zisterzienser-Kloster
Valdediós, das von einer modern eingestellten, jungen Bruderschaft auch mit einer gepflegten Pilgerherberge betrieben wird.

 


     



                      

                      

    

 

Die neue, von den örtlichen Freunden des Wege vorbildlich betriebene  Herberge in Pola de Siero war erst vor 2 Wochen eröffnet worden. Die Hospitaleros "reißen sich wirklich ein Bein aus", um uns Pilger zu verwöhnen und mit Informationen über den weiteren Weg zu versorgen. Insbesondere der auch deutsch sprechende Hospitalero Robert kümmert sich erfolgreich mit einem desinfizierenden und heilenden Fußbad um meine inzwischen größere Blase.

 

    

Die asturische Regierung hat den ersten Pilgerweg, den der asturische König Alfonso II als erster prominenter Pilger nach Santiago im 9. Jahrhundert gegangen ist, wieder neu entdeckt und stattet den Camino Primitivo auch mit EU-Mitteln mit Herbergen und einer hervorragenden Beschilderung aus.


    

 Bevor wir Asturien`s Hauptstadt Oviedo erreichen, kommen wir noch an dem Adelspalast von Meres vorbei.

 
    

In Oviedo gab es ausser der Kathedrale so viel zu sehen, dass wir ausser der einen erlaubten Übernachtung in der Pilgerherberge noch eine weitere Nacht in einer Pension in der Altstadt verbrachten. So konnten wir auch mal wieder richtig ausschlafen.

 


             

 Die Kathedrale mit Kreuzgang war eine Erlebnis besonderer Art-

 
     

                

                          Hier sind mitelalterliche Pilgergräber...

 
             

                               ... und hier die schlichte Krypta.

    

 
                  

                                    Eindrücke vom Kreuzgang

 
    

    

               Die Häuser-Fassaden sind z.T. sehr beeindruckend.



                 

 
        Überall in der Stadt sind Menschen in ihrem Alltag aufgestellt.


               

 
Hier am Kathedralen-Vorplatz kann man sich zum letzten Mal entscheiden, ob man auf dem Camino Primitivo bleiben will, oder über einen Zubringer wieder auf den Camino del Norte zurückkehren will.

    


Wir hatten uns schon entschieden und gehen den südlicheren Weg über die Berge nach Fonsagrada, der ersten Stadt auf galizischem Boden.

Nach der Invasion der iberischen Halbinsel durch die Araber im Jahr 711 wurden die Christen nach Norden in den Widerstand gedrängt. Der Apostel Sankt Jakob der Ältere wurde ja entsandt, um Iberien zu christianisieren. Er diente in der Legende als auf einem Schimmel reitender,  schwertschwingender "Maurentöter" den restlichen Christen als beispielgebender Held.

    

 Das beeindruckendste Beispiel von weltlicher und sakraler Kunst vor den Toren von Oviedo ist am Ort Naranco zu bewundern. 

Zum Einstimmen hier der Link zu einer kleinen audio-visuellen Meditation mit Violoncello-Musik von Eduard Elgar:

https://youtu.be/NTjqqsxEMus

 

               

 
In Naranco kann man sehen, wie sich im von der übrigen christlichen Welt abgeschiedene Asturien ein eigener Baustil entwickelt hat sowohl bei der Kirche Santa Maria del Naranco, als auch dem daneben stehenden Königspalast.


                   

                 

   

Im Krieg gegen die Araber konnte 722 n.Chr. der siegreiche Heerführer Pelayu diesen eine empfindliche Niederlage beibringen und begründete damit das Königreich Asturien und den Mythos von der spanischen Reconcjuista gegen die Araber. Sie mussten später Iberíen wieder verlassen und ganz Spanien wurde wieder christlich.


    

Die  erste Herberge in den Bergen war San Juan de Villepanada. Der Hospitalero (zweiter von rechts) hatte die vorher etwas vernachlässigte Herberge wieder "auf Vordermann gebracht" und auch die Küche gut ausgerüstet, sodass wir mit dem vorhandenen Geschirr eine Kochgemeinschaft einiger Pilger bilden konnten. Jeder steuerte etwas an mitgeschlepptem Essbaren bei. So etwas mit allen zu organisieren ist schwierig; es ergibt sich manchmal einfach.


    

   

Im nächsten Übernachtungsort Salas ist mit EU-Mitteln ein sich durch den ganzen Ort hindurchziehendes Biotop am Bach entstanden.


    


Oben über dem Ort und dem Tal entseht in schwindelnder Höhe ein schwieriger Abschnitt der neuen Autobahn von Oviedo nach Santiago.


     

Zum ersten Mal begegneten uns Windkraftwerke, die uns auf jedem der Höhenzüge begleiten werden.

    
 

So sieht die "Mittelgebirgs-Landschaft" vor dem Cantabrischen Gebirge
 aus.



                


Frühstück gibt es in den spanischen Herbergen nicht. Hier in Tineo bereiteten wir uns den Tee mit dem eigenen Propangaskocher.

    


                             Morgennebel zwischen Tineo und Borres

 

 

     

 



                  

 
                    In der Bar von Hermine in Campillo gibt es alles;
                    davor und danach weit und breit nichts.


     

           Wildpferde am Paß Puerto del Palo (1.146 m hoch)


      

 
Der Morgennebel verbietet ein zu frühes Losgehen bei Dunkelheit wegen der großen Gefahr, sich zu verlaufen.


     


                           schöne Aussichten auf der Paßhöhe

 


  

      
   


            Hier in den einsamen Bergen gab es auch im Detail viel zu bestaunen.


    

                                 schöne Hermita (einsame Kapelle) am Weg



   

 

                                  mittelalterliche Pilgerherberge am Montoutou...

 


   

          ...daneben ein ehemaliger Dolmen ohne Deckplatte (Grabstätte)

 


        


    Im Gebirge und an der Küste wechselte das Wetter oft mit starkemWind; ...


     

                               ...so mussten wir flexibel sein.



In Fonsagrada betraten wir zum ersten Mai galizischen Boden und wurden im Pilgerbüro neben der Kirche sehr herzlich empfangen und mit Informationen über den weiteren Weg versorgt.
    

 
Fonsagrada (Heilige Quelle) ist mit 948 m die höchstgelegene Stadt Spaniens. In einer der Nebengassen gibt es eine bekannte Pulperia, in der wir köstlich zubereitete, in Scheiben geschnittene Octopus-Arme gegessen haben.

 


                


       

 
Cadavo war der letzte Ort in den Bergen (hier die hypermoderne, aber sehr unpraktische Herberge).



        

 Auf dem Weg nach Lugo lag im Wald versteckt eine Kirchen-Ruine bei Castro Verde.


 

 

   


Dann ging es sehr schnell auf das mittelalterliche Lugo zu, die Stadt mit den 10 m hohen und bis zu 12 m breiten Mauern.
Der Blick auf einen grünen Gürtel um Lugo bietet sich, bevor die Pilger auf dem Jakobsweg die imponierende Stadt betreten.
   

                    

     

 

Man hat von der um die ganze Stadt laufenden riesige Mauer einen direkten Blick in die oberen Stockwerke der ausserhalb der Altstadt liegenden Häuser.

 


       

                       hier der Blick auf die Kathedrale in der Altstadt


    

               


 Wir konnten hinein und bekamen unseren Stempel in unseren Pilgerpass (Credencial).

 

                     


Der Pilgerpass (mit den Stempeln von Kirchen und Herbergen) ist der Personalausweis des Pilgers mit allen seinen Vergünstigungen und am Schluß des Weges im Pilgerbüro von Santiago der Beweis für den erfolgreich gegangenen Weg.

  
   

    
                    

                                         Kreuzgang der Kathedrale mit Mosaik

 


                 

   

 


       Direkt an der Mauer ist auch ein originelles Wein- und Fischlokal.

 


                  

 

Auf dem weiteren Weg von Lugo nach Südwsten gingen wir komfortabel über einen neu angelegten, von der EU mitfinanzierten, km-langen Holzsteg durch ein Tal mit einem teils plätschernden, teils schlängelnden Bach an Penarubia vorbei nach Santa Eulalia.


      

                 

 


Der Pfarrer der kleinen Bauerngemeinde wollte den Boden seiner Kirche erneuern und man stieß bei den Erdarbeiten auf eine Unterkirche mit wunderschönen Fresken aus dem 4. Jahrhundert n.Chr.u.a. von Vögeln.

 


     
     
         

                     Hier gibt es auch wieder einen typischen Horreo (Maisspeicher).

               
                                                           ***



Nun kamen wir schon unserem Endziel Santiago - es war schon der 29.08.2010 - immer näher. Bevor  aber unser Weg in die vielbenutzte "Pilger-Autobahn" Camino Francés einmündete, kamen wir an dem imponierenden Zisterzienser-Kloster Sobrado dos Monxes vorbei.    
       
     

Zum Einstimmen auf die Atmosphäre hier der Link zu einer kleinen Meditation mit Bildern von Sobrado dos Monxes auf dem Camino Primitivo in Asturien mit Violoncello-Musik von Eduard Elgar:

https://youtu.be/E2RESulpg6k


                    


Der Klosterkomplex aus dem 17. Jahrhundert ist so groß, dass die heutigen Mönche gar nicht alle Räumlihkeiten benutzen.


                  

In der Kirche Santa Maria de Sendelle hat man den in neuerer Zeit geschaffenen Triptichon-Altar aus Holz mal beiseitegerückt und ist auf gut erhaltene Fresken aus dem Mittelalter gestoßen, die jetzt restauriert bewundert werden können. Hier ist Christus als Majestät umgeben von Engeln dargestellt.


    

Hier im schmalen Fenster zu Lagerungszwecken zweckentfremdeten Seitenschiff neben dem Kreuz haben wir zwei Steine von der Isar abgelegt.


                


                                                                 ***

Nun waren wir bereits in Arzúa auf den Camino Francés gestoßen und haben unter Vermeidung der Massenherberge am Monte de Gozo (Berg der Freude beim Anblick des Zieles Santiago) in der Villa Maior eine schön gestaltete, ländliche Pension gefunden.
    

    

Gut ausgeschlafen kamen wir am 1. September 2010 (wie geplant) schon morgens um 9 Uhr am Stadtrand von Santiago de Compostela an. Es ist ein Tag der großen Freude.



   

    

Von weitem sahen wir schon die berühmte Kathedrale und zogen über die Rúa de San Pedro durch die Porta do Camino in die Altstadt ein. 
           
 

Die ursprünglich von Meister Mateo im Mittelalter geschaffene romanische Kathedrale hat Mitte des 18. Jahrhunderts eine barocke Fassade vorgebaut bekommen.


    
 

                Santiago (Sankt Jakob) hat einen Ehrenplatz dort oben.
 

Im Pilger-Museum konnten wir uns die ursprünglich romanische Kathedrale von Meister Mateo vorstellen.    

    

Auf dem Vorplatz der Kathedrale (Praz do Obradoiro = Platz der Steinmetze) am Punkt 0 km des Weges treffen sich die Pilger der letzten Etappe nochmal und fallen sich in die Arme.
    

Wir trafen auch Bartholomä und Jessica aus Valencia wieder, die uns oft begleitet haben.


                  

Um 12 Uhr ist Messe. Wir  Pilger kommen durch das Nordportal mit unserem Pilgerausweise unter Umgehung der langen Schlange an den übrigen 4 Portalen (in allen Himmelsrichtungen) sofort hinein.


    

Im Heiligen Jahr (der 25. Juli fällt auf einen Sonntag in 2010 und 2023...) wird der berühmte Botafumeiro (riesiges Weihrauchfass) wird wieder von 8 Laien in Schwingung durch das gesamte Querschiff gebracht. Wie das in Bewegung aussieht und sich anhört, erfährt man durch einen Maus-Klick auf diesen Link:
https://youtu.be/8kXhududBsI

    

Auch die Orgel ist beeindruckend, aber das Innere der Kathedrale wirkt trotz seiner großen Dimensionen nicht erdrückend, sondern sehr viel vertraulicher, als wir uns das vorgestellt hatten. Dazu trug sicher auch die Predigt des Bischofs bei, die Solange in etwa verstanden hatte. Wir sollen auch diejenigen in unser Gebet einschließen, die zwar gerne wollten, aber heute hier nicht dabei sein können.


                    


Der berühmte Pórtico de la Gloria war leider eingerüstet. "Sine dolore non est gloria" (Ohne Schmerz kein Ruhm) ist wohl das Motto dieses Tores.
 
     


In diesem Schrein sind angeblich die Gebeine des Apostels Jakobus d.Ä., der den Auftrag erhielt, die iberische Halbinsel zu christianisieren.   

    


Er war aber zuvor in Jerusalem enthauptet worden. Seine Jünger landeten mit den sterblichen Überresten an der Westatlantikküste und begruben sie in Compostela. Das Schiff  war über und über mit Muscheln bedeckt, die zu einem Symbol für den Wallfahrtsweg zu seinem Grab wurden.


                    

Als  allererstes holten wir uns mit unserem Credencial im Pilgerbüro die sogenannte "Compostela". Sie bescheinigt in lateinischer Sprache, dass wir den Weg gegangen sind.
                  


Wir haben es nach 5 Jahren geschafft. Dieses Jahr haben wir 550 km seit Santander zurückgelegt (mit den Abstechern und Besichtigungen waren es sicher an die 600 km. Seit Genf (2006) sind es ca.2.200 km.
                   


                         Nun können wir uns die Muschel umhängen.


                  



                                                               ***



Für Solange war die Wanderung noch nicht zuende. Sie wollte noch weiter nach Westen an den Atlantik bis ans "Ende der Welt", zum Kap Finisterre.


                      

                 

Auch auf diesem letzten Wegstück im äussersten Westen Spaniens herrscht genauso wie im übrigen Galizien der Eukalyptus-Baum vor. Er braucht viel Wasser und seine Sprößlinge setzen sich genauso wie der Farn überall durch. Der Eukalyptus ist u.a. für den niedrigen Grundwasserspiegel besonders hier verantwortlich.



    


Bis Fisterre sind es nochmal 90 km, die sie in 3 Tagen alleine gegangen ist.
Ich bin dann mit dem Bus nachgekommen und mit ihr beim Küsten-Spaziergang in schweres Wetter geraten. Der Atlantiksturm peitschte den Regen seitlich in die Schuhe.

     

 


Die Pilger- und Seefahrer-Kirche Santa Maria das Areas (Heilige Maria der Lüfte) stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie steht am Weg vom Ort Fisterre zum Cabo Finisterre.

 
                

4 km sind es noch bis zum Leuchtturm am äussersten Westende Europas.


                


                                              Hier ist der km 0 eingraviert.

 
                 

      

 
Unterhalb des Leuchtturms ist der Verbrennungs- und Deponie-Ort für die alten Pilgerkleider. Hier wird symbolisch der alte Mensch abgelegt und der neue schlüpft auch in neue Kleider.


 

                   Der Sturm hatte sich gelegt und wir hatten sogar    
                    unseren Sonnenuntergang über dem Atlantik.



                 


                  Solange hatte natürlich auch hier ein Zertifikat erhalten.




                                                        ***


Aber damit nicht genug: der Weg ist hier immer noch nicht zuende. Er schwenkt nach Norden bis zum 30 km entfernten Muxia.        
            
                   


Der Weg ist neuerdings gut markiert ("F" steht für Fisterre und "M" für Muxia) und wir machten uns ein allerletztes Mal, diesmal ausserplanmäßig, auf den Weg.
       


Die Häuser ducken sich an der Küste vor dem Wind. Wir könnten auf Grönland sein.
     
Galizien möchte auch wie das Baskenland und Katalonien mehr Autonomie von Madrid erhalten. 
      

 

             Die Galizier fühlen sich durch Spanien nicht richtig repräsentiert.


 


Diese Kirche Nosa Senora da Barca in Muxia steht direkt am Wasser an dem Ort, an dem angeblich die Heilige Maria dem Jakob, als er das erste Mal noch lebendig in Spanien anlandete, in einer steinernen Barke erschienen sein soll mit dem Auftrag, Iberien zu christianisieren. Aber er kam nur als toter Märtyrer wieder und wurde 700 Jahre später als der "Maurentöter" zum Vorreiter des Christentums gegen den Islam.


                 

Nun waren wir wirklich am Ende bei km 0 des Jakobsweges und fuhren mit dem Bus nach Santiago zurück und ich zeigte Solange noch einen ganzen Tag lang, was ich hier alles entdeckt hatte.

                 


So sahen wir am Ende aus und fuhren am nächsten Tag - es war der 9. September 2010 - mit dem Renfe-Zug über 11 Sunden noch Bilbao. Dabei kamen wir an vielen Orten mit Kathedralen des Camino Francés vorbei, die wir auf dem Camino Primitivo zu Fuß nicht gesehen hatten.


     


                                                             ***


Eine wirklich tolle Belohnung für unsere Strapazen war der Besuch des Guggenheim-Museums in Bilbao. 


Das Gebäude selbst ist schon ein Kunstwerk für sich, geschaffen von dem amerikanischen Architekten Frank O. Gehry.


     


Drinnen war u.a. eine zeitweilige Ausstellung einiger Werke des Impressionisten Henri Rousseau.


                 


Die Oberflächen-Elemente sind aus hauchdünnem Titan und verändern ihre Wölbung unter dem Einfluß von Sonne und Wind.


                   

Der Rückflug nach München gestattete nochmal einen Blick zu werfen auf die Nordküste Spaniens. Deutlich waren die Windkraftwerke auf den Bergzügen zu erkennen.


    

                               Dann verliessen wir die Nordküste...
          
    


       ...und konnten noch die Ausläufer der Pyrenäen sehen, die wir im Juni 2008 überschritten hatten.


    


                                                 Espagna, adios !


                                                          ***

Der Jakobsweg mit allen seinen Zubringern ist zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt worden und wird seit 1987 als paneuropäischer Weg von der Europäischen Union unterstützt.
      

Der Weg vermittelt ein Stück von der Ewigkeit des Lebens und wir wundern uns immer, wenn wir hier in der Gegenwart wieder ankommen, wie schnelllebig und vergänglich  alles ist. Wir haben wohl nicht nur eine Wirtschaftskrise. Auch handeln wir nicht so, als ob wir das ewige Leben haben und die Welt nach unserem Tod weiterbesteht.



Im Hymnus "Lucis creator optime" zur Schöpfung hat der heilige Gregor (gest. 604 n.Chr.) in der dritten Strophe geschrieben:


                   "Ne mens graváta crímine       dum nil perénne cógitat 
                     vitae sit exsul múnere,            seséque culpis ílligat."

D.h. frei übersetzt (wir brauchen im Deutschen dazu mehr Worte):  

  "Dass nicht der Geist, von Schuld beschwert,     solang er nichts mehr Ewiges denkt
    verbannt sei von des Lebens Gut,                      und ganz in Sünden sich verfängt."


                                                           ***
            

"Gottes Spuren"auf dem Jakobsweg kann man vielleicht auch noch nachträglich beim Betrachten des folgenden Videos entdecken:

https://www.youtube.com/watch?v=ukwPjvxzcV8



 

 





 

 

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